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Meine tägliche Arbeit im "House of Hope"

Ein Bericht unseres Praktikanten Peter Jopke über das „HIV-Projekt Belize“

Dangriga. Es ist der 30.8. 2008. Spät am Abend erreiche ich mit dem Bus die Stadt. Es ist mein erster Tag in Dangriga – auch wenn er schon fast zu ende ist. Was ist das für ein komischer Ort. Gerade mal so groß wie Stahnsdorf, aber auf der main street tobt das Leben. Viele junge Menschen cruisen mit ihren Fahrrädern durch die Straßen. Irgendwann erreiche ich das House of Hope – mein neues zuhause für das nächste Jahr.

Dangriga. Es sind bereits über 4 Monate vergangen, die mir wie ein Jahr vorkommen und in meinem kurzen Leben jetzt schon einen goldenen Rahmen bekommen haben. Im Folgenden möchte ich einen Überblick über meine tägliche Arbeit im House of Hope geben. Das Projekt beinhaltet präventive pädagogische Angebote und Aktivitäten, sowie medizinische und allgemeine Unterstützung für Betroffene mit HIV/AIDS. Für den medizinischen Teil ist in erster Linie Herr Dr. Güthoff zuständig. Ich koordiniere und assistiere die Zählung von cd4-Zellen, die ein nigerianischer Freiwilliger mit unserem „CyFlow Counter“ durchführt. Ein essentieller Bestandteil für die Behandlung von AIDS. Für das GILEAD-Projekt, welches zusätzliche Untersuchungen für Betroffene ermöglicht, arrangiere ich Termine und die Bargeldzahlung. Außerdem werbe und organisiere ich wöchentliches HIV-Testen im House of Hope in Zusammenarbeit mit der „HIV/AIDS Society“. Unter allgemeiner Unterstützung für die Betroffenen ist zunächst seelischer Beistand erforderlich. Viele haben mit Diskriminierung, dem Verlust der Arbeit, Armut und Resignation zu kämpfen. Wir versuchen ihnen beizustehen, sie zu ermutigen oder ihnen neue Wege aufzuzeigen. Außerdem unterstütze ich die HIV/AIDS-Society in der „Carring for Children Campaign“. Es gelang uns Gewerbe, Hotels, Banken, Schulen und Kirchen dazu zu ermutigen Kisten mit Spielzeug, Büchern, Sachen, Schulzeug und Nahrungsmitteln zu füllen. Dies wurde dann gerecht an HIV-infizierte Kinder aufgeteilt. Ein anderes Projekt kann ich nach einigen Verzögerungen nun endlich starten. Das House of Hope bietet von nun an das „Washing Mashine Project“ an. Familien, allein stehende Mütter und andere Menschen, die in ihrem Alltag mit der Wäsche überfordert sind bzw. keine ausreichenden Waschmöglichkeiten besitzen, können bei uns ihre Wäsche kostenlos mit heißem Wasser und Waschmittel waschen. Darüber hinaus ist das Ziel dieses Projektes, Verbindung zu diesen hilfebedürftigen Menschen aufzunehmen und sie zielgerichtet bezüglich Themen und Problemen wie z.B. Hygiene, Ernährung, HIV/Aids etc. zu schulen. Andere, geschulte Freiwillige von Organisationen mit denen wir zusammenarbeiten, sollen dazu eingeladen werden. Der wohl bedeutungsvollste Teil des Projektes sind die präventiven pädagogischen Angebote und Aktivitäten. Im Mittelpunkt steht zurzeit die „Girls Life Academy“. Die Leiterin dieses Projektes ist Mandy Thoma, eine andere Praktikantin. Hin und wieder kann ich ihr bei der Planung behilflich sein. Themen sind u.a. Selbstbewusstsein, HIV/AIDS, Partnerschaft oder Freundschaft. Bei öffentlichen Veranstaltungen wie z.B. „The Open Day of Health“, „Independance Day“ oder „Garifuna Settlement Day“ sind Mandy und Ich immer gemeinsam mit der HIV/AIDS-Society vor Ort, klären offene Fragen oder Werben für unser Projekt. Ein Mal pro Woche begleite ich ein Mitglied der staatlichen sozialen Organisation „BFLA“ in eine Highschool, in der wir Schüler zu Themen wie „Missbrauch“, „sexuell übertragbare Krankheiten“ oder „Geschlechterbeziehungen“ aufklären. Wir haben auch schon einen Tag lang nur mit Jungs gearbeitet und über ähnliche Themen geredet. Die Menschen dort wissen, dass sie auf mich zurückgreifen können, wenn sie Hilfe brauchen. Täglich suchen Menschen unser Haus auf. Mandy und ich sind vor Ort, um besonders bezüglich des Themas HIV/AIDS zu informieren und zu beraten. Dabei verteilen wir bei Bedarf kostenlos Kondome und Broschüren. Ein vertrauensvoller Kontakt zu den Menschen ist von hoher Wichtigkeit. Ist dieser vorhanden, steigt auch die Bereitschaft einen HIV-Test zu machen oder persönliche Probleme miteinander zu lösen. Ich bin kurz davor eine PPS fertig zu stellen, um in Zukunft auch visuell die Menschen erreichen zu können. Es macht viel Spaß hier zu arbeiten, auch wenn man sich nicht selten mit sehr ernsten Angelegenheiten auseinander setzen muss. Die Menschen hier lernen von mir und ich lerne von ihnen. So sollte es auch sein. Ich würde die Zeit hier niemals tauschen!